Wohnfläche berechnen formel: schritt-für-schritt anleitung

Die genaue Wohnflächenberechnung ist für Immobilientransaktionen von entscheidender Bedeutung. Erfahren Sie hier, welche Methoden es gibt und worauf Sie bei der Berechnung achten müssen, um kostspielige Fehler zu vermeiden.

Einführung in die Wohnflächenberechnung

Die korrekte Berechnung der Wohnfläche ist ein entscheidender Faktor bei Immobilienangelegenheiten. Ob beim Kauf, Verkauf oder bei der Anmietung einer Wohnung – die exakte Wohnfläche beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch rechtliche Aspekte wie Mietverträge und Immobilienbewertungen. Eine fehlerhafte Berechnung kann zu Missverständnissen und rechtlichen Auseinandersetzungen führen.

Was ist die Wohnfläche?

Die Wohnfläche bezeichnet die Summe aller Flächen in einer Immobilie, die ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt werden können. Sie umfasst:

  • Wohn- und Schlafzimmer
  • Küche
  • Bad
  • Flur
  • Arbeitszimmer

Unterschiede zwischen Wohnfläche, Grundfläche und Nutzfläche

Flächentyp Definition Verwendungszweck
Wohnfläche Räume zum Wohnen Basis für Mietpreise und Immobilienbewertungen
Grundfläche Gesamte vom Gebäude eingenommene Bodenfläche Relevant für Grundsteuerberechnung
Nutzfläche Wohnfläche plus zusätzliche Räume Umfasst auch Keller, Dachböden und Nebenräume

Methoden zur Berechnung der Wohnfläche

Die Wahl der richtigen Berechnungsmethode ist entscheidend, da unterschiedliche Verfahren zu erheblich abweichenden Ergebnissen führen können. Aktuell sind folgende Methoden relevant:

Die Wohnflächenverordnung (WoFlV)

Die WoFlV ist der aktuelle Standard für die Wohnflächenberechnung und berücksichtigt folgende Anrechnungsfaktoren:

  • Balkone, Loggien und Terrassen – 25-50% der Fläche
  • Räume unter 1m Höhe – keine Anrechnung
  • Räume zwischen 1-2m Höhe – 50% Anrechnung
  • Vollwertige Wohnräume – 100% Anrechnung

DIN-Norm 277 und ihre Anwendung

Die DIN-Norm 277 unterscheidet sich wesentlich von der WoFlV:

  • Keine Abzüge für niedrige Deckenhöhen
  • 3% Abzug für Wandaufbau
  • Vollständige Anrechnung von Dachböden und Kellern
  • Komplette Einbeziehung von Balkonen und Terrassen

Veraltete Methoden: DIN 283 und II. BV

Diese älteren Berechnungsmethoden können noch in bestehenden Verträgen auftauchen und weisen folgende Besonderheiten auf:

  • DIN 283: Balkone und Terrassen nur zu 25% angerechnet
  • II. BV: Berücksichtigt nur beheizte Räume
  • II. BV: Balkone und Terrassen komplett ausgeschlossen
  • Beide Methoden führen zu geringeren Wohnflächen als moderne Standards

Besondere Aspekte der Wohnflächenberechnung

Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) legt präzise Richtlinien für die Berechnung verschiedener Räume und Flächen fest. Bei Immobilien mit besonderen Merkmalen wie Dachschrägen, Wintergärten oder Außenflächen ist eine detaillierte Betrachtung unerlässlich.


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  • Wintergärten und Schwimmbäder – 50% Anrechnung (wenn allseitig geschlossen)
  • Dachschrägen unter 1 Meter Höhe – keine Anrechnung
  • Dachschrägen zwischen 1-2 Meter Höhe – 50% Anrechnung
  • Terrassen und Balkone – 25% Standardanrechnung
  • Hochwertig gestaltete Außenflächen – bis zu 50% Anrechnung möglich

Berechnung der Wohnfläche in Dachgeschosswohnungen

Raumhöhe Anrechnung zur Wohnfläche
Unter 1 Meter 0%
1-2 Meter 50%
Ab 2 Meter 100%

Diese differenzierte Berechnung kann zu erheblichen Unterschieden führen. Eine Dachgeschosswohnung kann nach WoFlV beispielsweise 52 Quadratmeter aufweisen, während sie nach DIN-Norm 277 mit 74 Quadratmetern berechnet wird – eine Differenz von über 40%.

Einbeziehung von Terrassen und Balkonen

Außenflächen werden nach der Wohnflächenverordnung grundsätzlich nur anteilig berücksichtigt:

  • Standardmäßige Anrechnung – 25% der tatsächlichen Fläche
  • Hochwertige bauliche Gestaltung – bis zu 50% der Fläche
  • Nutzflächenberechnung – 100% Anrechnung

Ein Beispiel: Bei einer 10 Quadratmeter großen Terrasse werden standardmäßig 2,5 Quadratmeter zur Wohnfläche hinzugerechnet. Bei hochwertiger Ausführung können es bis zu 5 Quadratmeter sein. Diese unterschiedliche Berechnungsweise erklärt, warum die Nutzfläche einer Immobilie meist deutlich größer ausfällt als die Wohnfläche.

Gunther
Gunther

Mein Name ist Gunther Weber, und ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Immobilien, Baufinanzierung und rechtlichen Aspekten rund um Eigentum. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Lesern dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen – sei es beim Kauf, Verkauf oder der Verwaltung einer Immobilie.