Kosten und Dauer des Auflassungsprozesses
Der Auflassungsprozess verursacht verschiedene Kosten, die hauptsächlich aus Notargebühren und Grundbuchamtskosten bestehen. Diese werden nach dem Gerichtskostengesetz (GKG) und der Kostenordnung berechnet, wobei die Höhe direkt vom Kaufpreis der Immobilie abhängt – je höher der Kaufpreis, desto höher die Gebühren.
Die Dauer des Prozesses variiert zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten, abhängig von:
- der Arbeitsbelastung des Grundbuchamtes
- der Komplexität des Falls
- der Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen
- regionalen Unterschieden in der Bearbeitungszeit
- eventuellen Nachfragen oder erforderlichen Korrekturen
Aufteilung der Kosten zwischen Käufer und Verkäufer
Bei der Kostenverteilung übernimmt traditionell der Käufer:
- die Notarkosten für die Beurkundung
- die Kosten für die Eintragung der Auflassungsvormerkung
- die Gebühren für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch
Seit Dezember 2020 gilt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen eine besondere Regelung: Die Maklerprovision muss gemäß § 656c BGB gleichmäßig zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden, wenn beide den Makler beauftragt haben. Bei Anlageimmobilien wie Mehrfamilienhäusern gelten weiterhin die alten Bestimmungen.
Zeitlicher Ablauf der Auflassung
| Phase | Zeitrahmen |
|---|---|
| Einreichung der Auflassungsvormerkung | 1-2 Wochen nach Beurkundung |
| Bearbeitung im Grundbuchamt | 2 Wochen bis mehrere Monate |
| Eigentumsumschreibung | Nach Erfüllung aller vertraglichen Bedingungen |
Wichtige Dokumente im Auflassungsprozess
Für einen rechtssicheren Eigentumsübergang sind folgende Hauptdokumente erforderlich:
- Kaufvertrag als zentrales Dokument mit allen wesentlichen Vereinbarungen
- Aktueller Grundbuchauszug zur Prüfung der rechtlichen Situation
- Eigentumsnachweis des Verkäufers
- Detailliertes Übergabeprotokoll
Erforderliche Unterlagen für die Auflassung
Für die ordnungsgemäße Durchführung benötigen Sie:
- Notariell beglaubigten Kaufvertrag
- Grundbuchauszug (nicht älter als 6 Monate)
- Eigentumsnachweis des Verkäufers
- Personalausweise beider Parteien
- Eventuell erforderliche Vollmachten
- Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung
- Bei Neubauten: Baugenehmigung
Bedeutung des Übergabeprotokolls
Das Übergabeprotokoll dokumentiert wichtige Details zum Zeitpunkt der Schlüsselübergabe:
- Aktuelle Zählerstände (Strom, Wasser, Heizung)
- Vorhandene oder neu entdeckte Mängel
- In der Immobilie verbleibendes Inventar
- Zustand der Immobilie zum Übergabezeitpunkt
- Besondere Vereinbarungen zwischen den Parteien





